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Die kurze Antwort
Die meisten Erstbesucher fahren am besten im Mai, Juni oder September – lange Tage, mildes Wetter und Preise, die noch nicht das Hochsommer-Niveau erreicht haben. Wer vor allem die Nordlichter sehen möchte, sollte auf Ende September bis März setzen, idealerweise rund um Neumond und abseits der Lichtverschmutzung von Reykjavik.
Es gibt eigentlich keine schlechte Reisezeit für Island – jede Jahreszeit hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Der Sommer bringt fast 24 Stunden Tageslicht und Zugang zu allen Hochlandstraßen, aber auch die höchsten Preise und die meisten Touristen. Der Winter bietet echte Chancen auf Nordlichter und deutlich weniger Menschenmassen, dafür aber ein viel kürzeres Straßennetz und Tageslicht, das im Dezember auf vier bis fünf Stunden schrumpfen kann.
Saison für Saison
Sommer (Juni–August)
Das ist Hochsaison, und das zu Recht. Die Mitternachtssonne sorgt im Juni für Tageslicht von etwa 3 Uhr morgens bis Mitternacht, sodass sich ein einziger Tag enorm viel unterbringen lässt. Hochlandstraßen (F-Straßen) öffnen meist irgendwann im Juni, sobald die Schneeschmelze es zulässt – damit werden Orte wie Landmannalaugar oder Þórsmörk erreichbar, die den Rest des Jahres gesperrt sind. Der Preis dafür: Flüge, Hotels und Mietwagen sind auf ihrem teuersten Niveau, und beliebte Stopps an der Südküste und am Golden Circle können mittags richtig voll werden.
Nebensaison (April–Mai & September–Oktober)
Unsere Empfehlung für die meisten Reisenden. Die Preise sinken spürbar gegenüber dem Juli-Höchststand, das Tageslicht ist mit 12–16 Stunden immer noch großzügig, und du teilst dir die großen Sehenswürdigkeiten mit deutlich weniger Menschen. Der September ist außerdem der früheste realistische Monat für Nordlichter, sobald die Nächte wieder richtig dunkel werden. Das größte Risiko ist die wechselhafte Witterung – auf einen warmen, sonnigen Tag kann Schneeregen folgen, also unbedingt in Schichten packen.
Winter (November–März)
Der Winter in Island ist eine völlig andere Reise. Die Tage sind kurz (rund um die Dezember-Sonnenwende nur 4–5 Stunden Tageslicht), manche Straßen und Attraktionen sind gesperrt oder erfordern Vorsicht, und ohne Winter-Fahrerfahrung empfiehlt sich eher eine geführte Tour als ein Mietwagen. Dafür sind die Nordlichter im Winter am zuverlässigsten sichtbar, Eishöhlen-Touren sind nur in dieser Jahreszeit möglich, und die schneebedeckte Landschaft sieht völlig anders aus als die Sommer-Postkartenmotive.
Unsere Empfehlung
Für eine erste Reise mit möglichst viel "klassischem Island" – Wasserfälle, Gletscher, heiße Quellen, ein bisschen von allem – sind Juni oder früher September kaum zu schlagen. Wenn die Nordlichter der eigentliche Grund der Reise sind, plane die Reisedaten zwischen Oktober und Februar und gib dir mindestens 4–5 Nächte, um die Chancen gegen bewölkten Himmel zu verbessern.
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